Gemeinde Wilstedt

Homepage der Gemeinde Wilstedt anlässlich der 1150-Jahr-Feier im Jahre 2010


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Die alten Wasserlösen

von Gerhard Behrens

Wasser von den Quellen am Geestrand

Schiffgraben und Wasserlösen Wilstedter Moor
Schiffgraben und Wasserlösen Wilstedter Moor

Viele Schiffgräben im Teufelsmoor führten für die Torfschiffe keinen ausreichend hohen Wasserstand. Um diesem Übel abzuhelfen, legten die Siedler aus den Moordörfern die sogenannten Wasserlösen an. Diese Gräben brachten das notwendige Wasser von den Quellen am Geestrand durch die den Bauern aus Tarmstedt, Wilstedt und Buchholz gehörende Moore in die jeweiligen Schiffgräben. Man kann vermuten, dass einige aus den Geestdörfern stammende Siedler die Idee hatten, die ihnen bekannten Quellen zu nutzen. So floss das Wasser aus dem Graben an der Südseite des Königsdammes in den Neu-St. Jürgener Schiffgraben.

Die Wasserlöse an der Nordseite des Rothensteiner Dammes speiste nach einem langen Weg den Schlußdorf-Winkelmoorer Schiffgraben und der Graben an der Südseite dieses Dammes lief zur Semkenfahrt.

Zwei weitere Wasserlösen im Tarmstedter Moor sorgten für einen ausreichenden Wasserstand in Tüschendorf, Seehausen und Moorende. Der Wörpedorfer Schiffgraben bekam Zufluss aus dem Wasserlauf entlang der Straße nach Tarmstedt. Gräben aus dem Wilstedter Moor führten Wasser in den Wilstedtermoorer und Eickedorfer Schiffgraben. Das Buchholzer Moor benutzten die Schmalen-becker, Huxfelder sowie die Rautendorfer Siedler für ihre Schifffahrtswege.

Wie bei Tüschendorf, liefen auch hier zwei Wasserlösen eine längere Strecke nur durch einen Wall getrennt nebeneinander her.

In der Gemarkung Buchholz wurden mehrere Grundstücke von der Huxfelder Wasserlöse schräg durchschnitten, so dass keilförmige schlecht zu bewirtschaftende Flächen entstanden. Entweder haben die Moorleute keine Rücksicht auf die Eigentumsgrenzen genommen oder die Aufteilung des Moores ist erst später erfolgt.

Auch die Schiffgräben um Worpswede in Bergedorf, Ostendorf und Wörpedahl hatten ihre Wasserlösen, die bis an die Hänge des Weyerberges führten.

Diedrich Speckmann hat in seinem Roman „Jan Murken„ ausführlich den Bau einer solchen Wasserlöse, besonders den Streit zwischen den Moorleuten und den Geestbauern, beschrieben.

In der Festschrift zur 200-Jahrfeier von Tüschendorf wird berichtet, dass mit den Tarmstedtern wegen der Herstellung einer Wasserlöse ein sieben Jahre dauernder Prozess geführt wurde. Die Entscheidung fiel schließlich zu Gunsten der Tüschendorfer.

Die Räumung der Wasserlösen erfolgte in der Regel einmal jährlich durch die jeweiligen Interessenten. Dabei wurden hauptsächlich Sand- und Schlammablagerungen sowie Kraut entfernt.

Seit Einstellung der Schifffahrt dienen die Wasserlösen nur noch der Entwässerung der anliegenden inzwischen kultivierten landwirtschaftlich genutzten Flächen und werden von den Eigentümern unterhalten.

Durch Abtorfung, Moorsackung und Moorverzehr verursacht, waren die ehemaligen Schiffgräben und Wasserlösen für eine ausreichende Entwässerung aber zu flach geworden. Deswegen sind durch Baumaßnahmen des Wasser- und Bodenverbandes Teufelsmoor viele Wasserläufe vertieft und unter Berücksichtigung des zum Teil sehr unebenen Sanduntergrundes in ihren Fließrichtungen verändert worden. Auch wurden neue Gräben angelegt, um das Wasser aus den Randmooren auf kürzerem Weg zu einem Hauptvorfluter, wie z. B. die Wörpe, abzuführen und damit die Gewässer in den Moordörfern zu entlasten.

In der beiliegenden Karte habe ich versucht, die ursprünglichen Linienführungen der für die Kahnschifffahrt so wichtigen Gewässer festzuhalten.
(Quelle: www.wabo-teufelsmoor.de)

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