Gemeinde Wilstedt

Homepage der Gemeinde Wilstedt anlässlich der 1150-Jahr-Feier im Jahre 2010


Gemeinde Wilstedt

Homepage der Gemeinde Wilstedt anlässlich der 1150-Jahr-Feier im Jahre 2010

Geschichte des Wilstedter Heidebads

aufgearbeitet von Georg Schnackenberg in Zusammenarbeit mit Hermann Poppe

Vorgeschichte

Luftbildaufnahme des beheizten Freibades 'Heidebad'
Luftbildaufnahme des beheizten Freibades 'Heidebad'
Luftbildaufnahme des beheizten Freibades 'Heidebad'
Luftbildaufnahme des beheizten Freibades 'Heidebad'
Die 1100-Jahrfeier des Ortes Wilstedt im Jahre 1960 wurde auch deshalb zu einem großartigen Erfolg, weil alle Bürger sich mit dieser Feier identifizierten und sich selber in den Ablauf und die Organisation der Feierlichkeiten mit einbrachten. Auch der Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“ wurde von nahezu allen Bürgerinnen und Bürgern unseres Ortes unterstützt. Wilstedt wurde damals Bundessieger und erhielt im Jahre 1961 die „Silbermedaille“ der Bundesrepublik Deutschland aus den Händen des damaligen Bundespräsidenten Heinrich Lübke in der Beethoven-Halle in Bonn. Der Ort Wilstedt war dadurch weit über die heimatlichen Grenzen hinaus bekannt und lockte viele Familien nach Wilstedt, die hier ein Baugrundstück suchten.

In Johann Schröder hatten die Wilstedter einen Bürgermeister, der mit Weitblick durch seine Siedlungs- und Entwicklungspolitik für Wachstum in der Gemeinde sorgte. Er war es, der zusammen mit dem damaligen Gemeinderat den Kauf der Schnackenberg´schen Gast- und Landwirtschaft (heute China-Restaurant) vorantrieb und so dafür sorgte, dass die Gemeinde in den Besitz guter Ackerflächen kam, die man gegen minderwertige Flächen tauschen konnte. Diese Flächen konnten nun seitens der Gemeinde als Baugrundstücke angeboten werden. Dadurch füllte sich die Gemeindekasse.

Im Jahre 1970 kam bei einigen Ratsmitgliedern der Wunsch nach einem beheizten Freibad auf. Die ursprünglichen Planungen, ein solches Bad zwischen Wilstedt und Tarmstedt – im „Zigeunerwald“ – zu errichten, verliefen im Sande. Nun wollte Wilstedt es alleine anpacken.

Planungen

Ausschussmitglieder besichtigen Freibäder in der näheren Umgebung, rechts Bürgermeister Schröder
Ausschussmitglieder besichtigen Freibäder in der näheren Umgebung, rechts Bürgermeister Schröder

Während einer Bereisung des Gemeinderates im Jahre 1970 wollten sich die Ratsherren einen Überblick über die Kosten eines solchen Projekts verschaffen. Die Besichtigungstour führte nach Achim, Scheeßel, Rotenburg, Hesedorf/Gyhum und Harsefeld.

Nach Rücksprache mit dem Landkreis, der Erstellung eines Finanzierungsplanes und der Zustimmung des Samtgemeinderates wurde das Projekt in Angriff genommen.

Nach eingehender Beratung entschied sich der Ausschuss für das Harsefelder Modell. Das durch die Sonne in einem See vorgewärmte Wasser wird über eine Wärmepumpe, die mit günstigem Nachtstrom betrieben wird, und einen Wärmetauscher zum Heizen das Badewassers genutzt. Dadurch sollten die Folgekosten in Grenzen gehalten werden.

Nachdem auch die Samtgemeinde, der Landkreis und die Bezirksregierung dem Projekt mit einer Gesamtbausumme von ca. 1,6 Millionen DM zugestimmt hatten, konnte man mit der Planung beginnen. Am 12. Juni 1972 beschloss der Gemeinderat das Freizeit- und Sportgelände zu realisieren. Aus der Bevölkerung kamen Spenden in Höhe von ca. 40000 DM zusammen.

Bebauungsplan des Freibad- und Campingplatzgeländes
Bebauungsplan des Freibad- und Campingplatzgeländes
Bebauungsplan des Freibad- und Campingplatzgeländes
Bebauungsplan des Freibad- und Campingplatzgeländes
Mit der weiteren Konzeption wurde das Planungsbüro Instara beauftragt. Nun wurden zunächst die Bebauungspläne 5 (Schwimmbad und Campingplatz mit einer Gesamtfläche von 6,9 ha = 69000 Quadratmeter) und 6 (Sportgelände mit einer Fläche von 3,75 ha = 37500 Quadratmeter) „An der Reitbahn“ erstellt. Als diese Vorplanungen abgeschlossen waren, kaufte die Gemeinde die benötigten Grundstücke. Dank der guten Zusammenarbeit von Rat und Gemeinde konnten die benötigten Flächen zügig erworben werden, teilweise auch durch Tausch. Das Schwimmbad erhielt den Namen „Heidebad“, der Campingplatz heißt „Wüllenheide“.
Inzwischen hatten sich in Wilstedt auch ein Tennisclub und ein Jugendring gegründet. Der Tennisclub hat sein Domizil ebenfalls „An der Reitbahn“ in unmittelbarer Nähe zum Heidebad, der Jugendring in einem Anbau an das bestehende MTV Vereinsheim.

Das Bad sollte ursprünglich eine Länge von 50 Metern haben. Da aber die Zuschüsse seitens der Geldgeber nur für ein 25 Meter-Becken zugesagt waren, und die zusätzlichen Kosten in Höhe von ca. 375 000 DM seitens der Gemeinde hätten aufgebracht werden müssen, entschied man sich für die 25 Meter-Version mit einem zusätzlichen, größeren Nichtschwimmerbecken. Das Becken hat eine Wasserfläche von 800 Quadratmetern und fasst etwa 1000 Kubikmeter Wasser.

Durch die Einnahmen aus einem angrenzenden Campingplatz sollten die anfallenden Kosten möglichst gering gehalten werden.

Die Baugenehmigung durch die Bezirksregierung erfolgte am 26. März 1973. Die Planungen für das Freibad übernahm das Architekturbüro Holst in Sittensen. Für die gärtnerische Gestaltung war der Landschaftsarchitekt Gerdes in Worpswede zuständig.

Eingang zum Heidebad
Eingang zum Heidebad
Eingang zum Heidebad
Eingang zum Heidebad
Grundriss Campingplatz Wilstedt
Grundriss Campingplatz Wilstedt
Grundriss Campingplatz Wilstedt
Grundriss Campingplatz Wilstedt

Nun wurde zunächst einmal der See durch die Firma Albers (Badenstedt) ausgeschoben, die Erd-, Beton- und Maurerarbeiten durch die Firma Jeschke aus Zeven ausgeführt und die dazu zugehörenden Gebäude errichtet.

Anschließend wurde der Campingplatz in Angriff genommen: Es wurden Wege angelegt, Versorgungs- und Entsorgungsleitungen und die benötigten Anschlüsse verlegt. Das alles geschah in Handarbeit durch Mitglieder des Jugendrings. Die Bauaufsicht für die Anlage des Campingplatzes lag in den Händen von Bürgermeister Schröder.

Zur Bewirtung der Gäste wurde eine Cafeteria in die Planung mit einbezogen, ebenso eine Wohnung für den Betreiber des Lokals, der gleichzeitig die Aufgabe eines Platzwartes übernehmen musste.

Einweihung

Samtgemeindebürgermeister Hermann Schnackenberg überreicht Johann Schröder einen Rettungsring. Bademeister Hans Deppe (links) und Architekt Holst (rechts hinten) schauen interessiert zu
Samtgemeindebürgermeister Hermann Schnackenberg überreicht Johann Schröder einen Rettungsring. Bademeister Hans Deppe (links) und Architekt Holst (rechts hinten) schauen interessiert zu
Samtgemeindebürgermeister Hermann Schnackenberg überreicht Johann Schröder einen Rettungsring. Bademeister Hans Deppe (links) und Architekt Holst (rechts hinten) schauen interessiert zu
Samtgemeindebürgermeister Hermann Schnackenberg überreicht Johann Schröder einen Rettungsring. Bademeister Hans Deppe (links) und Architekt Holst (rechts hinten) schauen interessiert zu

Am 23. August 1974 war es dann endlich soweit. Ein erstes Probebaden fand statt. Aber damit war das Bad noch nicht für die Öffentlichkeit frei gegeben. Einige Restarbeiten mussten noch durchgeführt werden, und deshalb beschlossen die Verantwortlichen die offizielle Einweihung für den 26. April 1975 zu terminieren. Viele Ehrengäste und zahlreiche Zuschauer trafen sich bei nasskaltem Wetter in der Wüllenheide, um den Einweihungsfeierlichkeiten beizuwohnen. Architekt Holst erläuterte die technischen Details der Anlage, bevor er den symbolischen Schlüssel an Wilstedts Bürgermeister Johann Schröder übergab. Nach den Grußworten von Kreisdirektor Blume, Oberstleutnant Kollat, Kommandeur in Westertimke, und Samtgemeindebürgermeister Hermann Schnackenberg gab Bürgermeister Schröder das Becken frei. Bademeister Hans Deppe schritt als Erster zum Startblock und wagte trotz der niedrigen Temperaturen einen Kopfsprung ins 23 Grad warme Wasser. Als erster hauptamtlicher Schwimmmeister für das Heidebad wurde Hans Werner Pokorski eingestellt. Die Gaststätte übernahm das Ehepaar Mertling aus Bremen.

Badespaß im Heidebad
Badespaß im Heidebad
Badespaß im Heidebad
Badespaß im Heidebad

Im Jahre 1976 ging die Unterhaltung des Bades und des Campingplatzes an die Samtgemeinde über. Als der Wärmetauscher nicht mehr die angestrebte Leistung brachte, beschloss der Samtgemeinderat eine AST-Solaranlage zu installieren. Leider brachte diese Investition in Höhe von ca. 60000 Euro nicht den gewünschten Erfolg, da sie sehr witterungsabhängig ist.

Beim Abendvolkslauf des MTV Wilstedt steht das Bad den Volksläufern zum kostenlosen Flutlichtbaden zur Verfügung. Von diesem Angebot wird an diesem Abend reichlich Gebrauch gemacht.
Auch das Frühbaden – morgens um sechs Uhr trafen sich die ersten Badegäste im Heidebad, um hier ihre Runden zu drehen – lockte anfangs zahlreiche Badegäste ins Heidebad. Als die Beheizung nicht mehr die gewünschte Temperatur brachte, gab diese Frühschwimmergruppe ihren Badebetrieb auf.
Das Heidebad erfreut sich allgemein großer Beliebtheit und wird auch von der Bevölkerung der umliegenden Dörfer sehr gut angenommen.

Das Blockheizkraftwerk auf dem Sportgelände
Das Blockheizkraftwerk auf dem Sportgelände
Die Beheizung des Bades übernimmt ab dem Jahre 2010 ein Blockheizkraftwerk, das durch eine Biogasanlage gespeist wird. Durch diese Investition soll das Wasser eine gleich bleibend angenehme Badetemperatur erhalten, die vor allem witterungsunabhängig ist.

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