Gemeinde Wilstedt

Homepage der Gemeinde Wilstedt anlässlich der 1150-Jahr-Feier im Jahre 2010


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Die Gemeindevorsteher und Bürgermeister der Gemeinde Wilstedt ab 1850

von Ernst Hermann Holsten


Von ca. 1850 bis 1859 Hermann Otten

In seine Amtszeit fiel der Beginn der Verkoppelung. Weitere Unterlagen über sein Wirken liegen leider nicht vor.

Von 1860 bis 1878 Hinrich Postels

Während seiner Amtszeit wurde der Hauptteil der Verkoppelung durchgeführt. Sie begann mit der Aufteilung der Häuslingsweiden. Bei der großen Verkoppelung wurde nach Größe der Höfe -Vollhöfner, Dreiviertel u. Halbhöfner, sowie Köthner, Neubauern, Altbauern und Anbauern - aufgeteilt. Durch die Verkoppelung hatte nun jeder seinen Acker und seine Weidefläche.

Eine neue Zeit im Dorfgeschehen begann, eine Aufbruchstimmung machte sich breit. Hierzu trug auch die Reichsgründung des deutschen Kaiserreiches am 18. Januar 1871 nach dem Sieg im Deutsch-Französischen Krieg und die Entstehung des ersten deutschen Nationalstaats bei. In seiner Amtszeit bekam Wilstedt einen Arzt und eine Apotheke, 1875 wurde die Sparkasse gegründet. Unterlagen über sein weiteres Wirken liegen uns nicht vor.

Von 1878 bis 1913 Johann Hinrich Meyer

Johann Hinrich Meyer (Bürgermeister, Amtszeit von 1878-1913)
Johann Hinrich Meyer (Bürgermeister, Amtszeit von 1878-1913)

Johann Hinrich Meyers Amtszeit begann in der Kaiserzeit. Wilhelm der Erste war 1871 Kaiser geworden, Bismarck war Reichskanzler. Das deutsche Kaiserreich und der junge Nationalstaat hatten noch nicht ihre Identität gefunden. Die Industrielle Revolution breitete sich aus. Im Jahre 1878 wurde der Reichstag aufgelöst, weil er die „Bismarcksche Sozialpolitik“ nicht akzeptieren wollte. Obwohl Meyer eine dreiviertel Hofstelle geerbt hatte und eine Neubauerstelle besaß, betrieb er nur eine kleine Landwirtschaft, die von einem Knecht bearbeitet wurde. Die übrigen Ländereien waren verpachtet. Neben der Landwirtschaft wurde auf dem Hof eine Kornbrennerei betrieben. Johann Hinrich Meyer war auch für die Poststelle zuständig (daher der Name Postmeyer). Außerdem war er Auktionator - also ein vielbeschäftigter Mann, der in und außerhalb der Gemeinde hohes Ansehen genoss. Daher wurde er auch von den meisten Bürgern mit „Sie“ und „Herr Meyer“ angesprochen. Während Meyers Amtszeit gab es viele Veränderungen in der Wirtschaft und der Landwirtschaft, die auch die Gemeinde Wilstedt betrafen, und auf die der Bürgermeister reagieren musste.

In seiner Zeit wurden der Schützenverein (1880) gegründet, die Bismarck- und die Luthereiche (1883) an der Ecke Hauptstraße – Löhbergstraße und die Zeppelineiche auf dem Schützenplatz gepflanzt. Er war 1875 neben dem Kaufmann Gustav Armbrecht und Pastor Stakemann Gründer und Vorstandsmitglied der Sparkasse; um 1900 wurde das jetzige Sparkassengebäude gebaut. Gemeindevorsteher Meyer war auch Mitbegründer unserer freiwilligen Feuerwehr im Jahre 1903.

Hinrich Meyer 1913 bis 1921

Hinrich Meyer (Bürgermeister und stellvertretender Landrat des damaligen Landkreises Zeven,  Amtszeit als Bürgermeister von1913 bis 1921)
Hinrich Meyer (Bürgermeister und stellvertretender Landrat des damaligen Landkreises Zeven, Amtszeit als Bürgermeister von1913 bis 1921)

Hinrich Meyer wurde der Nachfolger von Postmeyer. Er war Bauer (Vollhöfner), Bürgermeister und stellvertretender Landrat des damaligen Landkreises Zeven. Der Kreis Zeven wurde im Jahre 1935 mit dem Landkreis Bremervörde zum neuen Landkreis Bremervörde zusammengeschlossen. Meyer legte sein Amt auf Grund von Unstimmigkeiten von heute auf morgen im Jahre 1921 nieder.


Georg Schnackenberg 1921 bis 1923

Georg Schnackenberg (Bürgermeister, Amtszeit von 1921 bis 1923)
Georg Schnackenberg (Bürgermeister, Amtszeit von 1921 bis 1923)

Nachfolger Georg Schnackenberg übernahm dieses Amt in einer wirtschaftlich schwierigen Zeit. Es herrschte eine große Inflation, das Geld verlor täglich an Wert. Das Geld (Steuereinnahmen) soll abends in Wäschekörben eingesammelt worden sein. Ein Liter Milch kostete damals 8 Milliarden Mark, ein Pfund Butter 118 Milliarden. Schnackenberg war ein musischer Mensch. Er spielte mehrere Musikinstrumente und besuchte Theater, Konzerte und Kinovorstellungen in Bremen. Von Beruf war er Landwirt.


Carl Feldmann 1923 bis 1930

Carl Feldmann war Kaufmann. Sein Laden stand dort, wo sich heute das Kaufhaus Borgfeldt befindet. Später wurde der Laden von Wobbe weiter geführt. Er führte das Amt in einer wirtschaftlich und politisch unruhigen Zeit. Es begann die wirtschaftliche Rezession. Unter den politischen Parteien herrschte ein erbitterter Machtkampf, unter dem auch die Landwirtschaft zu leiden hatte.

Hinrich Schröder 1930 bis 1935

Hinrich Schröder (Bürgermeister, Amtszeit von 1930 bis 1935)
Hinrich Schröder (Bürgermeister, Amtszeit von 1930 bis 1935)

Hinrich Schröder übernahm sein Amt während der Weimarer Republik. Es herrschte eine große Arbeitslosigkeit. Die Parteien waren zerstritten, sie bekämpften sich auf offener Straße. Das war der Nährboden für das Erstarken der NSDAP, die 1933 an die Macht kam. Der damalige Reichspräsident von Hindenburg ernannte Adolf Hitler zum Reichskanzler. Die Partei übernahm alle öffentlichen Ämter. Hinrich Schröder war kein Anhänger von Adolf Hitler. Er verweigerte auch den Hitlergruß und musste im Jahre 1935 sein Amt abgeben. 


Hermann Cordes 1935 bis 1945

Hermann Cordes (Bürgermeister, Amtszeit von 1935 bis 1945)
Hermann Cordes (Bürgermeister, Amtszeit von 1935 bis 1945)
In den Jahren von 1935 bis 1945 wurden alle wichtigen Ämter, auch das des Bürgermeisters, von der NSDAP besetzt. Die Partei wollte auf diese Weise Einfluss nehmen auf die Arbeit in den Kommunen. Die Bürgermeister waren an die Vorgaben der Partei gebunden. Während der Amtszeit von Hermann Cordes wurde das Arbeitsdienstlager errichtet. Von den Arbeitsdienstlern – jeder junge Mann war zum Arbeistdienst verpflichtet, bevor er seinen Militärdienst antrat – wurden der Holzdamm und die beiden Moorquerdämme erstellt sowie kleine Veränderungen an der Wörpe vorgenommen. Cordes sorgte auch dafür, dass die damalige Trift - heutige Moorstraße – mit Schotter ausgebaut wurde. Als dann im Jahre 1939 der zweite Weltkrieg ausbrach, wurde alles Tun und Handeln diesem Krieg untergeordnet. Nach dem Ende des Krieges im Jahre 1945 wurde Cordes von den Engländern seines Amtes enthoben (s. auch vier Bürgermeister 1945).

Von Mai bis Juni 1945 war Udo Gubela für eine kurze Zeit Bürgermeister in Wilstedt. Über ihn liegen aber keine weiteren Unterlagen vor.

Lesen Sie hierzu auch den Artikel von Hermann Burfeind Die vier Bürgermeister in 1945

Johann Peter Schröder 1945 bis 1976

Johann Peter Schröder (Bürgermeister, Amtszeit von 1945 bis 1976)
Johann Peter Schröder (Bürgermeister, Amtszeit von 1945 bis 1976)

Nach dem verlorenen zweiten Weltkrieg war die Übernahme des Bürgermeisteramtes eine große Herausforderung. Die Besatzungsmächte hatten die Kontrolle über alle Entscheidungen, die im Ort getroffen wurden. Da Johann Schröder mehrere Jahre in Amerika gewesen war, beherrschte er die englische Sprache, was ihm im Umgang mit den englischen Besatzern zugute kam. Eine große Herausforderung war die Unterbringung der Flüchtlinge und Vertriebenen aus dem Osten. Diese Zwangseinquartierung stieß bei den Einwohnern durchweg auf wenig Gegenliebe. Mit großer Überzeugungskraft und Organisationstalent hatte Johann Schröder immer wieder Erfolg. Er ließ das leerstehende Arbeitsdienstlager umbauen und mit Strom versorgen, sodass dort mehrere Familien eine Unterkunft fanden. Zu den weiteren Aufgaben gehörte die Reparatur der zerstörten Häuser und Straßen. Dabei mussten alle arbeitsfähigen Männer mit anpacken, wobei vieles als Hand- und Spanndienste bewerkstelligt wurde. Johann Schröder ging immer mit gutem Beispiel voran. Sein Spruch war: „Keiner muss mehr schaffen als ich oder schneller sein.“ Diese Hand- und Spanndienste gab es noch viele Jahre hier in Wilstedt. 

Johann Schröder hat immer vorausgeblickt und auch durch seine langjährige Tätigkeit im Kreistag zum Wohle der Gemeinde gewirkt. So hat er dafür gesorgt, dass die Flüchtlinge und Vertriebenen preiswertes Bauland bekamen und hier in Wilstedt ein neues Zuhause fanden. Allerdings galten für die Bereitstellung von Bauzuschüssen bestimmte Auflagen der Niedersächsischen Heimstätte. Es musste ein kleiner Stall mit eingeplant werden. Durch den Zuwachs der Bevölkerung gab es auch schulische Probleme. Die Schülerinnen und Schüler mussten in verschiedenen Gebäuden unterrichtet werden. Die Folge war, dass sich der Rat mit dem Bau einer neuen Schule befassen musste. Sie entstand in der Schulstraße und wurde im Jahre 1953 eingeweiht. Im Jahre 1957 kam auch eine Turnhalle hinzu, wobei wiederum die Hand- und Spanndienste zum Einsatz kamen. Anfang der sechziger Jahre kaufte die Gemeinde den Schnackenbergschen Hof mit Gaststätte (heute China-Restaurant). Die Gastwirtschaft mitsamt zugehörigem Grundstück wurde wieder verkauft. Die übrigen Flächen wurden gegen Bauland mit den Bauern getauscht. Auf diese Weise kam die Gemeinde in den Besitz von Bauland. Es wurden Bebauungspläne aufgestellt, von der Gemeinde erschlossen und als Baugrundstücke verkauft. Dieses „Wilstedter Modell“ wurde von vielen Gemeinden innerhalb und außerhalb des Landkreises übernommen. Die Flächen der Bebauungspläne eins bis sieben waren Tauschflächen, ebenso das Schwimmbad und das Sportgelände.

Johann Schröder - Bundesverdienstkreuz - Verleihungsurkunde - Für seine hervorragenden Verdienste während seiner langjährigen Dienstzeit in der Kommunalpolitik wurde ihm das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen.
Johann Schröder - Bundesverdienstkreuz - Verleihungsurkunde - Für seine hervorragenden Verdienste während seiner langjährigen Dienstzeit in der Kommunalpolitik wurde ihm das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen.
Johann Schröder - Bundesverdienstkreuz - Verleihungsurkunde - Für seine hervorragenden Verdienste während seiner langjährigen Dienstzeit in der Kommunalpolitik wurde ihm das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen.
Johann Schröder - Bundesverdienstkreuz - Verleihungsurkunde - Für seine hervorragenden Verdienste während seiner langjährigen Dienstzeit in der Kommunalpolitik wurde ihm das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen.
Im Zuge der Vergrößerung des Ortes mussten vorhandene Straßen erneuert, neue Straßen gebaut, die Straßenbeleuchtung und die Oberflächenentwässerung erstellt werden. Der Kanal wurde dann an vorhandene Gräben angeschlossen und zur Wörpe geleitet. Auch die Wirtschaftswege wurden mit Betonsteinen oder Asphalt ausgebaut. Dazu gehörte auch die Straße nach Dipshorn, die damals noch ein Sandweg war. Sie wurde auf Betreiben von Hinrich Warjes, Dipshorn, und Johann Schröder mit Betonsteinen gepflastert und dann vom Kreis als Kreisstraße übernommen.

Anfang der 60-er Jahre begann Schröder mit der Erstellung der zentralen Wasserversorgung. Das war eine schwierige Aufgabe, zumal jeder Grundstückbesitzer davon überzeugt war, dass sein eigener Brunnen über eine hervorragende Wasserqualität verfügte. Johann Schröder konnte sich mit großer Überzeugungskraft durchsetzen. Ähnlich erging es ihm bei der Schmutzwasserentsorgung Anfang der 70-er Jahre, die gemeinsam mit der Gemeinde Tarmstedt gebaut wurde. Auch der Bau der Kreisstraße nach Grasberg bis an die Kreisgrenze Osterholz gehörte in seine Amtszeit. In dieser Zeit plante Schröder auch den Bau eines Schwimmbades zusammen mit Tarmstedt. Dieses Bad sollte deshalb zwischen den beiden Orten entstehen. Aber Tarmstedt lehnte ab, und so entstand das Bad in Wilstedt.

Bei seiner Verabschiedung im Jahre 1976 wurde Johann Schröder zum Ehrenbürgermeister ernannt. Für seine hervorragenden Verdienste während seiner langjährigen Dienstzeit in der Kommunalpolitik wurde ihm das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen. In allen Jahren seiner politischen Tätigkeit war ihm das Wohl seiner Mitmenschen zwischen der politischen Gemeinde und der Kirchengemeinde ein besonderes Anliegen. Er war mehrere Jahre auch als Kirchenvorsteher und in der hannoverschen Synode tätig. Johann Schröder verstarb im Jahre 1998 im Alter von 88 Jahren.

Werner Borgfeldt 1976 bis 1981

Werner Borgfeldt (Bürgermeister, Amtszeit von 1976 bis 1981)
Werner Borgfeldt (Bürgermeister, Amtszeit von 1976 bis 1981)

Für Werner Borgfeldt war es eine große und schwere Aufgabe, die Nachfolge von Johann Schröder anzutreten. In der konstituierenden Sitzung wurden erstmals im Wilstedter Rat die Ausschüsse Verwaltung-, Bau-, Finanz- und Sport- und Freizeitausschuss gebildet. Da Werner Borgfeldt gleichzeitig einen Berufswechsel vornahm, konnte er das Amt des Gemeindedirektors nicht übenehmen. Die Gemeinde berief Hans Hillmer zum stellvertretenden Gemeindedirektor. Dem Rat standen einige Aufgaben bevor. Der Bau des Radweges nach Tarmstedt wurde beschlossen, ebenso der Bau der Spielplätze „Auf dem Hollacker“ und „Auf dem Emel“, sowie der Bau des neuen Sportgeländes, und der Ausbau der Bahnhofstraße. Bürgermeister, Rat und Verwaltung haben gut zusammengearbeitet, obwohl teilweise hart um Entscheidungen gerungen wurde.

Johann Hillmer 1981 bis 1986

Johann Hillmer (Bürgermeister, Amtszeit von 1981 bis 1986)
Johann Hillmer (Bürgermeister, Amtszeit von 1981 bis 1986)

Fünf Jahre war Hans Hillmer stellvertretender Gemeindedirektor. Im Jahre 1981 wurde er zum Bürgermeister gewählt. Durch seine Tätigkeit im Gemeindebüro hatte er einen großen Bekanntheitsgrad und genoss das Vertrauen der Bevölkerung. Hans Hillmer war nicht immer einer Meinung mit dem Rat. Er traf des öfteren Entscheidungen im Alleingang, ohne den Rat zu befragen. Das führte zum Rücktritt von Johann Otten. Ernst Hermann Holsten wurde neuer stellvertretender Bürgermeister. Während Hillmers Amtszeit wurden einige Vorhaben in der Gemeinde durchgeführt. Dazu gehörten Anpflanzungen von Feldgehölzen sowie der Ausbau der Hauptstraße mit der zugehörigen Oberflächenentwässerung und Rückhaltebecken. Hans Hillmer war ein Verwaltungsmensch wohl auch durch seine Tätigkeit als Hauptmann bei der Bundeswehr. Er hat die Belange der Gemeinde auf allen Gebieten immer gut vertreten.

Ernst-Hermann Holsten 1986 bis 2001

Dieser Artikel über Ernst-Hermann Holsten wurde erstellt
von Georg Schnackenberg unter der Mitarbeit von Hermann Poppe

Ernst-Hermann Holsten war seit 1976 Mitglied des Wilstedter Gemeinderates und stellvertretender Bürgermeister, als Hans Hillmer das Bürgermeisteramt innehatte. Als Holsten im Jahre 1986 zum Bürgermeister gewählt wurde, gab es die ersten Probleme mit der Mülldeponie. Erstmals kam es im Rat zur Fraktionsbildung. Auf der einen Seite gab es die altbewährte Wählergemeinschaft, auf der anderen Seite SPD und Grüne. Im folgenden Jahr 1987 wurden die Probleme mit der Mülldeponie aktuell. Das Grundstück gehörte zwar der Gemeinde, aber die Restverfüllung war Aufgabe des Landkreises. Nun hatte die Opposition Lunte gerochen und wollte Bürgermeister Holsten vorführen. Er ließ sich aber nicht provozieren sondern packte sein Amt mit weiser Hand an. „Mokt wi, mokt wi“, war seine Devise.

Zu seinen großen Umweltaufgaben zählten die Anpflanzung von Feldgehölzen und mehr als zehn Kilometer Windschutzstreifen. Das geschah in guter Zusammenarbeit mit der Landwirtschaftskammer. Auch das Uferrandstreifenprogramm und das Anlegen von Biotopen im Zusammenhang mit dem Dubbengraben trieb er voran.

Bei der Aufstellung des Bebauungsplanes Nr. 9 („Alter Sportplatz“) gab es wegen der angrenzenden Deponie die ersten Schwierigkeiten. Dank eines guten Miteinander mit dem Landkreis ist dann eine einvernehmliche Lösung gefunden worden (z. B. Prüfung auf Umweltbelastung). Der Landkreis kaufte angrenzende Flächen im Bereich der Mülldeponie und machte dadurch den Weg frei für eine Bebauung.

Das hier geplante Friedhofsprojekt wurde zunächst einmal nicht weiter verfolgt, da sich zwischenzeitlich auch andere Möglichkeiten auftaten. So konnte dieses Land als Bauland ausgewiesen und verkauft werden. Es folgten der Bebauungsplan Nr. 10, der Buchenweg, und der Plan 11 mit Lerchen-, Fasanen-, Amsel- und Kiebitzweg. Nach der Fertigstellung der Baugebiete wurde der gesamte Bereich als verkehrsberuhigte Zone mit Tempo 30 ausgewiesen.

Im Jahre 1998 wurde der Bebauungsplan 12 „Neues Land“ zusammen mit einem Kreisel und einer Straßenverbindung zwischen Buchholzer und Dipshorner Straße beschlossen.

Auch innerhalb unseres Ortes wurde einiges bewegt. Neue Parkplätze zwischen dem Rathaus und der Sparkasse wurden gebaut, ein Vertrag mit dem Überlandwerk zur Unterhaltung der Straßenbeleuchtung geschlossen, sowie ein Orts- und Landschaftsrahmenplan erstellt.

Im Jahre 1989 wurde Wilstedt Kreissieger im Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“.

Landrat Dr. Hans-Harald Fitschen (l.) überreicht Ernst-Hermann Holsten das Bundesverdienstkreuz am Bande
Landrat Dr. Hans-Harald Fitschen (l.) überreicht Ernst-Hermann Holsten das Bundesverdienstkreuz am Bande
Landrat Dr. Hans-Harald Fitschen (l.) überreicht Ernst-Hermann Holsten das Bundesverdienstkreuz am Bande
Landrat Dr. Hans-Harald Fitschen (l.) überreicht Ernst-Hermann Holsten das Bundesverdienstkreuz am Bande

Im Jahre 1991 wurde die Erweiterung des Kindergartens unter großer finanzieller Beteiligung der Gemeinde in Zusammenarbeit mit der Kirche vollendet. Diese Erweiterung erwies sich als ein sehr kostspieliges Projekt, zumal die bestehenden Gebäude unter Denkmalschutz stehen und die Erweiterung dem Erscheinungsbild der bestehenden Gebäuden angepasst werden musste. Ferner wurden während der Amtszeit von Bürgermeister Holsten viele Wirtschaftswege in Stand gesetzt. 

In den folgenden Jahren erhielt der Jugendring sein Domizil als Anbau an das bestehende MTV Vereinsheim. Die Förderung des Vereinslebens, vor allem auch des Jugendblasorchesters, in unserem Ort lag ihm sehr am Herzen. Er selbst war lange Jahre Präsident des Wilstedter Schützenvereins.

Am 28. Januar 2003 erhielt Ernst Hermann Holsten eine besondere Auszeichnung, das Bundesverdienstkreuz am Bande. Dr. Hans-Harald Fitschen, Landrat des Kreises Rotenburg, überreichte diese Auszeichnung dem „kommunalpolitischen Urgestein“ Wilstedts wegen seiner „besonderen Verdienste um die Gemeinde zu jeder Tages- und Nachtzeit und seiner geschickten Grundstückspolitik für die Gemeinde“. Holsten war ferner Mitglied im Samtgemeinderat Tarmstedt von 1991 bis 2006 und im Kreistag in Rotenburg von 1991 bis 2001

Günther Nase 2001 bis heute [2010]

Günther Nase (Bürgermeister seit 2001)
Günther Nase (Bürgermeister seit 2001)

Im September 1992 ist Günther Nase als Nachrücker für den ausgeschiedenen Ratsherrn Johann Otten für die SPD-Fraktion in den Gemeinderat gekommen. Bei der Kommunalwahl 2001 gab es zwischen der Wählergemeinschaft und der SPD eine Patsituation. Beide Parteien hatten je fünf Sitze. Zur Wahl hatte sich auch eine neue Gruppe „Natürlich Wilstedt“ gestellt, sie bekam einen Sitz. Die SPD und „Natürlich Wilstedt“ bildeten eine Koalition und wählten Günther Nase zum Bürgermeister. Während seiner Amtszeit wurde der geplante Bau des Friedhofes im Neubaugebiet „Wüllenheide“ verworfen und dafür der alte Friedhof an der Kirche vergrößert, die Grundschule durch den Ausbau der Außenstelle Bülstedt erweitert, die neue Turnhalle gebaut, das alte Kalthaus aufgelöst und der Radweg nach Bülstedt in Zusammenarbeit mit dem Gemeinderat in Bülstedt geplant und gebaut.

Der Wasser- und Bodenverband Teufelsmoor plante die Renaturierung der Wörpe mit Unterstützung der Gemeinde. Die Kreisstraße nach Dipshorn wurde erneuert und gleichzeitig ein neuer Radweg gebaut. Auch der Radweg nach Vorwerk wurde gebaut. Die Gemeinde unterstützte den Heimatverein bei der Übernahme des Bahnhofs. Das Gemeindebüro und das Kalthaus wurden umgebaut.

Im Jahre 2005 wurde Wilstedt vom Landkreis als Standort eines Windparks mit neun Windrädern mit einer Höhe bis 150 Metern festgelegt. Gegen diese Anlage gab es erheblichen Widerstand aus Teilen der Bevölkerung und erstmals auch eine Demonstration. Im Jahre 2008 wurde die Anlage genehmigt und im Frühjahr 2009 fertiggestellt. Außerdem planten einige Wilstedter Landwirte den Bau einer Biogasanlage an der Kreisstraße nach Buchholz. Diese wurde im Jahre 2006 in Betrieb genommen. Im Jahre 2010 sollen das Vereinsheim des MTV Wilstedt, das Feuerwehrgerätehaus, die Schießsportanlage des Wilstedter Schützenvereins und das Heidebad über ein Blockheizkraftwerk mit Wärme versorgt werden.

Im Jahre 2006 fand eine Kommunalwahl statt. Die Wählergemeinschaft erhielt von ehemals fünf Sitzen lediglich zwei. Stärkste Fraktion wurde die SPD mit fünf Ratssitzen. Die Wählergruppe „Natürlich Wilstedt“ kam auf drei Sitze, die CDU, die erstmals als Partei auftrat, erhielt einen Sitz. Günther Nase wurde von SPD und Wählergemeinschaft erneut zum Bürgermeister gewählt.

Gemeindesekretärin Bärbel Sievers und Bürgermeister Günther Nase
Gemeindesekretärin Bärbel Sievers und Bürgermeister Günther Nase
Im Jahre 2007 wurde in Wilstedt ein Wochenmarkt eröffnet, der jeden Donnerstagvormittag auf dem Brink stattfindet. In diesem Jahr legte die Gemeinde in Zusammenarbeit mit dem Heimatverein und einigen Bürgern mehrere Apfellehrpfade rund um Wilstedt an, die in den Folgejahren ständig erweitert wurden. 

Im Jahre 2008 wurde ein Anbau an das Feuerwehrhaus vorgenommen, der der Gemeinde Wilstedt als Geräteraum für ihre Geräte – z. B. Trecker, Aufsitzrasenmäher, zwei Anhänger – dient. Leider musste die Luthereiche, die im Jahre 1883 an der Ecke Hauptstraße/Löhbergstraße gepflanzt worden war, gefällt werden, da sie inzwischen hohl und morsch geworden war. Eine neue Eiche wurde an gleicher Stelle eingesetzt. Ein Teil der alten Krone steht heute vor dem Heimathaus „Alter Bahnhof“.

In den Jahren 2001 bis 2010 entstanden die Biogasanlage B-Plan Nr. 13 und das Baugebiet „Wüllenheide“ B-Plan Nr. 14.

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