Gemeinde Wilstedt

Homepage der Gemeinde Wilstedt anlässlich der 1150-Jahr-Feier im Jahre 2010


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Raiffeisen-Warengenossenschaft e.G.

von Georg Schnackenberg (erstellt 2010)

Blick auf das Raiffeisen-Gelände von einem Turm der Windkraftanlage (Foto: Erwin Duwe, 2010)
Blick auf das Raiffeisen-Gelände von einem Turm der Windkraftanlage (Foto: Erwin Duwe, 2010)
Blick auf das Raiffeisen-Gelände von einem Turm der Windkraftanlage (Foto: Erwin Duwe, 2010)
Blick auf das Raiffeisen-Gelände von einem Turm der Windkraftanlage (Foto: Erwin Duwe, 2010)

Die Anforderung des Staates an die Landwirtschaft nach dem Fortfall der Kolonien mit Beginn des 1. Weltkrieges war, die Versorgung des Staates mit landwirtschaftlichen Produkten sicherzustellen. In Verbindung mit dem ungelösten Problem der Mittelstandsfinanzierung - seit Mitte des 19. Jahrhunderts - forderte dies eine flächendeckende Lösung:

Ein Lösungsweg: Die Gründung von Kredit- und Warengenossenschaften nach Raiffeisen. Man schrieb den 03. August 1915, als sich in Wilstedt 52 Personen zusammensetzten, um nach Vorgaben von Friedrich Wilhelm Raiffeisen eine Genossenschaft zu gründen. Ein Gründungsprotokoll wurde erstellt, firmiert wurde unter dem Namen „Landwirtschaftliche Bezugs- und Absatzgenossenschaft“ ( LBAG ), die erste Generalversammlung zum 19. August 1915 verabredet, die sodann im „Gasthof Schnackenberg“ stattfand. Man gab sich eine Geschäftsordnung, eine Dienstanweisung. Danach wurde unverzüglich ein Kreditrahmen verbunden mit einer Kreditrichtlinie erstellt, um die Geschäfte ordnungsgemäß abzuwickeln. Zum Geschäftsführer wurde der Wachtmeister a.D. Herr Friedrich Tölle gewählt, der in der Gemeinde als sehr zuverlässig und gewissenhaft galt. Zur Entlohnung wurde auf „Leistungslohn“ gesetzt; für eine Ladung Futter oder Düngemittel gab es z.B. 15 Mark (Mk).

Mit diesem Zusammenschluss ergab sich die Möglichkeit größere Mengen zu günstigeren Preisen einzukaufen.

Schon im September 1915 wurde an den Kreisausschuss eine Lieferung von 20 Ladungen a 200Ztr. Mais, 15 Ladungen a 200Ztr. Gerste, 7 Ladungen a 100Ztr. Kleie und 2 Ladungen a 200Ztr. Futtermehl geliefert. Geschäftlich lief die Genossenschaft sehr gut an und 1916 waren schon 210 Mitglieder eingeschrieben. Unter den Mitgliedern waren z.B. Dr. med. Denker wie auch der Apotheker Heise; darüber hinaus schlossen sich die ersten Mitglieder aus Breddorf und Steinfeld an. Man wurde Mitglied in der Hauptgenossenschaft Hannover.
Die erste Lagerstätte wurde bei Claus Cordes (Schors Hoff) eingerichtet, bald folgte (1916) vorausschauend der Bau eines Lagerschuppens -durch den Wilstedter Zimmermann Heinrich Dodenhoff- auf dem Bahnhofsgelände, um die kommende Wilstedt-Tostedter Eisenbahn, die am 2. Januar 1917 ihren Betrieb für den Güterverkehr aufnahm, als Transportmittel zu nutzen. Aufgrund des erfolgreichen Geschäftsverlaufes wurde für die Sachbearbeitung die Tochter des Geschäftsführers Tölle mit einem Jahresgehalt von 300 Mk. eingestellt.

Den guten Anlaufjahren folgten nach dem verlorenen ersten Weltkrieg die schweren Zeiten der Inflation. Kauf und Verkauf wurden in dieser Zeit nur noch auf der Basis zu Tagespreisen durchgeführt. Es kam zur Einführung der Rentenmark. In Folge entwickelten sich die Geschäfte mit zunehmender Zeit auf niedrigem Niveau hin zum Normalen. Die Mitgliederzahl wuchs auf 400, dennoch waren die folgenden Jahre für die Landwirtschaft schwer und sollten noch schwerer werden. Bereits im Frühjahr 1933 wurde die Gleichschaltung aller agrarpolitischen Interessensorganisationen betrieben. Mit dem Gesetz über den Aufbau des Reichsnährstandes wurden alle in der Landwirtschaft, Fischerei und im Gartenbau tätigen Personen und Betriebe gleichgeschaltet und in der Landwirtschaftskammer zwangsvereint.

In dieser Zeit, im Jahre 1935 ging Geschäftsführer Herr Friedrich Tölle in den verdienten Ruhestand; sein Nachfolger wurde sein Schwiegersohn, Herr Friedrich Behnken.

Herr Behnken steuerte die Genossenschaft durch die Zwangswirtschaft in der u.a. Dünger zugeteilt und ein Ablieferungssoll eingeführt wurden sowie durch den 2. Weltkrieg mit all seinen Erschwernissen. Nach dem Kriege kam die „Schwarzmarktzeit“ ihr folgte die Währungsreform mit der Einführung der „Deutsche Mark“. Mit der Aufbruchstimmung kam auch in der hiesigen Landwirtschaft wieder ein geregeltes Geschäftsleben auf. 1951 ging die Geschäftsführung auf Herrn Walter Lameter über. Um eine bessere Kundenbetreuung zu gewährleisten, wurde eine Bürobaracke am Bahnhof aufgebaut und man stellte einen weiblichen Anlehrling ein.

Mit dem Wirtschaftswunder in den 50-er Jahren setzten zugleich auch die Motorisierung und die Mechanisierung in der deutschen Landwirtschaft und somit auch in Wilstedt ein. Eine entscheidende Bedeutung kam hierbei dem Traktor zu.

Der Genossenschaft bot sich die Pachtung der Schnackenberg´schen Hofstelle in der Bahnhofstraße an. Man schaffte Raum für eine Wohnung des Geschäftsführers, baute ein Getreidelager und einen Mühlenbetrieb auf. Darüber hinaus entwickelte sich ein überbetrieblicher Maschineneinsatz.

Als Herr Lameter aus persönlichen Gründen 1957 ausschied, beschäftigte die Genossenschaft schon fünf Personen. Am 01.09.1957 übernahm Herr Friedrich Bargfrede die Aufgaben des Geschäftsführers. Es folgten gute Zeiten, in denen es stetig voran ging. Im Jahre 1961 wurde beschlossen ins Viehgeschäft einzusteigen. Im selben Jahr wurde das Grundstück an der Moorstraße erworben um dort zuerst eine Kartoffelhalle zu bauen. Ihr folgten 1964 die Mühle mit Trocknung und Lagerhalle, im Jahre 1972 der Getreidesilo (für 1.000t) und 1982 die Düngerhalle.

Um eine gewisse Rationalisierung zu erreichen, wurde die „Genossenschaft Nartum“ übernommen, der die Übernahme der „Genossenschaft Fischerhude“ im Dezember 1989 folgte. Der Mitarbeiterbestand wuchs auf 20 Personen an, davon vier Auszubildende. Der Viehumsatz wie auch der Warenumsatz erreichte die 8 Mio.-Marke. Als Friedrich Bargfrede 1991 in den Ruhestand ging, war ein Jahresumsatz von DM 16 Mio. erreicht.

Am 01.01.1992 übernahmen Herr Matthias Schröder und Herr Hermann Intemann die Geschäftsführung. Die Tankstelle wurde im Jahre 1994 gebaut, danach folgte im Jahre 1998 der Bau des Verwaltungsgebäudes mit angegliedertem Haus- und Gartenmarkt in der Bahnhofstr. 20.

Da der Wandel in der Landwirtschaft stetig voranging, ergaben sich neue Herausforderungen.

Der Raiffeisenmarkt mit Lagerhalle und Trocknungsturm im Hintergrund (Aufnahme 2010)
Der Raiffeisenmarkt mit Lagerhalle und Trocknungsturm im Hintergrund (Aufnahme 2010)

Diesen Herausforderungen stellte man sich und fusionierte 2002 mit den umliegenden Genossenschaften Gnarrenburg, Osterholz-Scharmbeck, Hüttenbusch und Axstedt zur heutigen „Raiffeisen Warengenossenschaft Gnarrenburg e. G.“ mit Sitz in Gnarrenburg; damit wurde der Standort Wilstedt gesichert. Dieser Zusammenschluss erforderte wiederum weitere zukunftsfähige und somit nachhaltige Maßnahmen.

Im Jahre 2002 wurde eine Getreidelagerhalle für 4.000t Getreide errichtet und eine neue Getreidereinigungsanlage in Betrieb genommen. Aufgrund des intensiven Maisanbaus wurde im Jahre 2008 eine Maistrocknungsanlage erbaut.

Die Tankstelle mit dem Siloturm (2010)
Die Tankstelle mit dem Siloturm (2010)
Die Tankstelle mit dem Siloturm (2010)
Die Tankstelle mit dem Siloturm (2010)
Heute stellt sich die Genossenschaft als moderner Betrieb dar, der ständig junge Leute ausbildet, sowie in EDV-Ausstattung und Personalschulung investiert. Neben dem landwirtschaftlichen Geschäft werden sechs Haus- und Gartenmärkte, drei Tankstellen und ein Baugeschäft mit einem Jahresumsatz von € 40Mio betrieben.

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