Gemeinde Wilstedt

Homepage der Gemeinde Wilstedt anlässlich der 1150-Jahr-Feier im Jahre 2010


Gemeinde Wilstedt

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Wilstedt von 1960 bis 1990 (Teil 3)

von Ernst Hermann Holsten, Bürgermeister von 1986 - 2001

Anknüpfend an die Chronik von 1960 und die letzten Sätze in den Ausführungen von Bürgermeister Johann Schröder, darf ich sagen, daß sich alle folgenden Räte und auch Bürgermeister daran gehalten haben. Von 1960 bis 1976 noch Bürgermeister Schröder mit jeweils verschiedenen Ratsherren, von 1976 bis 1981 Bürgermeister Werner Borgfeldt, von 1981 bis 1986 Bürgermeister Hans Hillmer und seit 1986 Bürgermeister Ernst Holsten.

Die Entwicklung des Dorfes ist stetig nach oben gegangen, wenn sich auch die Struktur des Ortes von überwiegender Landwirtschaft auf andere Gebiete verlagert hat, Bürgermeister Schröder hatte immer den Blick nach vorne gerichtet, und durch den allgemeinen Wirtschaftsaufschwung konnte auch in Wilstedt vieles geschaffen werden, wie z. B. der Ausbau von Wirtschaftswegen, von Ortsverbindungswegen und die Umwandlung der Dipshorner Straße in eine Kreisstraße.

Mit dem Kauf des Schnackenberg’schen Anwesens hat der damalige Rat der Gemeinde eine weit in die Zukunft ragende Handlung getätigt, denn mit diesen Ländereien hat die Gemeinde die Grundlage für die Erschließung von Baugebieten am Ortsrand erhalten. Die Erstellung der Bebauungspläne 1 bis 9 in den Jahren 1965 bis 1981 war für Wilstedt von gravierender Bedeutung. In diesen Gebieten wurde ein großer Teil von nicht Wilstedter Bürgern bebaut, so dass sich auch die Bevölkerungsstruktur des Ortes veränderte. Alle Baugebiete wurden von der Gemeinde erworben, vermessen, erschlossen und dann zu günstigen Preisen verkauft. Im Zuge dieser stetigen Erweiterung des Ortes kamen in den Jahren zwangsläufig viele andere Veränderungen hinzu. So erfolgten 1963 der Anschluss an die zentrale Trinkwasserversorgung, 10 Jahre später der Ausbau des Schmutzwasserkanals mit Druckleitung zum Klärwerk nach Tarmstedt, und gleichzeitig wurde die Oberflächenentwässerung mit den Neu- bzw. Umbauten der Straßen immer auf den neuesten Stand gebracht. Ende der 70er Jahre hat dann der Landkreis im Auftrag der Gemeinde einen Oberflächenentwässerungsplan erstellt, wozu auch das 1984 gebaute Regenwasser-Rückhaltebecken „Im Seegen“ gehört.

Im Zuge der Wörperegulierung wurde 1968 die Straße zwischen Wilstedt und Tarmstedt ausgebaut und dabei im Bereich der Wilstedter Mühle verlegt, leider fiel der Mühlenteich dieser Baumaßnahme zum Opfer. Wie auch seit 1972 die Störche ihr Nest auf dem Pfarrhaus nicht wieder aufgesucht haben. Auf dem Mühlenhof begann der Betrieb eines Reiterferienhofes.

Durch die stetige Veränderung der landwirtschaftlichen Betriebe fuhren dann Ende 1969 zum letzten Mal die Milchwagen durch Wilstedt, nach 70 Jahren war es zu Ende, das tägliche Bild der von Pferden gezogenen Milchwagen gab es nicht mehr.

Der Molkereibetrieb wurde noch bis 1985 mit Tankwagen über die Molkerei in Wilstedt betrieben, um dann nach dem Verkauf des Gebäudes nach Zeven verlegt zu werden. So wurde ein Stück Wilstedt der Zeit geopfert.

Leider bringt der Lauf der Zeit so etwas mit sich, dafür kam in den 70er Jahren dann wieder viel Neues auf die Gemeinde zu. Es begannen die Planungen für ein Schwimmbad und einen neuen Sportplatz. Die Gemeinde erhielt einen starken Einwohnerzuwachs durch die Fertigstellung mehrerer Baugebiete.

Durch den Zuzug vieler Soldaten aus dem in Westertimke stationierten FlaRak.-Bataillon 31 wurde eine Patenschaft zwischen der Versorgungsbatterie und der Gemeinde angestrebt.

Die Patenschaft wurde dann am 23. August 1973 mit dem Austausch der Urkunden zwischen Bürgermeister Schröder und dem damaligen Chef der Versorgungsbatterie, Hauptmann Hermann, in einem Festakt auf dem Schützenplatz beschlossen. 1975 wurde dann das Schwimmbad an der Reitbahn eingeweiht, und mit der Planung des Sportplatzes wurde es ernst, obwohl die Einweihung dann aber doch erst 1980 erfolgte — gab es doch viele Hindernisse auszuräumen. Wie wir heute sehen, ging dann aber doch alles gut. 1975 gab es auch mehrere Jubiläen, die Raiffeisen-Genossenschaft feierte ihr 60jähriges, die Sparkasse ihr 100jähriges Bestehen. Bürgermeister Johann Schröder beging seinen 65. Geburtstag und sein 30jähriges Dienstjubiläum. Er hatte 1970 schon für langjährige, erfolgreiche Tätigkeit das Bundesverdienstkreuz erhalten. 1976 wurde dann die Schmutzwasserkanalisation fertig, es wurde ein Radweg von Wilstedt nach Tarmstedt gebaut. Um dessen Streckenführung und damit um den Standort der Wörpebrücke, hauptsächlich aber auch um die Art der Ausführung - ob aus Holz oder Beton -, gab es lange Debatten zwischen dem Rat der Gemeinde und dem Landkreis. Mit einem Kompromiss wurde der Radweg dann doch gebaut, und bei seiner Einweihung warfen die Bürgermeister von Wilstedt und Tarmstedt dann das Kriegsbeil in die Wörpe, um damit zu bekunden, dass die schon immer vorhandenen Unstimmigkeiten zwischen beiden Gemeinden nunmehr beseitigt waren.

Wenn auch die offizielle Einweihung des Sportplatzes erst 1980 erfolgte, wurde doch schon 1979 nach Fertigstellung des MTV-Vereinsheimes der Spielbetrieb aufgenommen. Der Verein stellte sein altes Sportgelände der Gemeinde zur Verfügung, und somit erfolgte im Rat der Beschluss zum Ausbau dieses Geländes zu einem Baugebiet (Baugebiet Nr. 9). Durch die Fertigstellung der Bebauung verschiedener Baugebiete, insbesondere des Baugebietes Nr. 7 „Auf dem Emel', hat sich die Zahl der Einwohner und auch die Struktur der Bevölkerung in der Gemeinde stark verändert. Mit 60 Bauplätzen hatte das Baugebiet „Auf dem Emel' den größten Anteil.

Mit Fertigstellung der Kreisstraße nach Grasberg, der 1. Abschnitt war 1971 schon ausgebaut worden, wurde 1979 auch die Bahnhofstraße ausgebaut. Leider musste für diesen Ausbau das alte Feuerwehrhaus abgebrochen werden, hiermit ging wieder ein Stück Wilstedter Geschichte zu Ende. Die Feuerwehr erhielt dann gegen viele Stimmen ihr neues Gerätehaus neben dem Gelände des neuen Sportplatzes. 1984 wurde es eingeweiht, und heute sind wohl alle mit Standort und Ausführung zufrieden. Anlässlich des Aus- und Umbaus der Hauptstraße und des Brinks konnte dann zum ersten Mal die Veränderung der Bevölkerungsstruktur in Wilstedt festgestellt werden. Die Zeit hatte alte Bürger kritisch gemacht. Es gab viele Debatten, Versammlungen und Begehungen, auf denen die vorhandenen Planungen vorgestellt, besprochen und z. T. auch verändert wurden, so dass heute der überwiegende Teil der Wilstedter Bürger mit der Durchführung zufrieden ist.

Der Brink als Ortsmittelpunkt ist mit seinen umliegenden Gebäuden ein historisch gewachsener Platz, und man muss in unserer Umgebung weit fahren, um Gleiches zu finden. Auch ist der Ausbau der Wirtschaftswege auf einer Länge von einigen Kilometern mit seitlicher Bepflanzung mit Feldgehölzen beispielhaft.

Weiterhin wurde ein Radweg nach Buchholz angelegt und 1986 eingeweiht. Der Ausbau der Vorwerker Straße innerhalb des Ortes im Jahre 1989 wird dann die letzte große Maßnahme der 80er Jahre sein. In diesen Jahren haben sich aber nicht nur der Ort und die Bevölkerung verändert, auch auf kommunaler und politischer Ebene gab es Veränderungen. Mitte der 60er Jahre kam es aus finanziellen Gründen zu einem Zusammenschluss der Gemeinden Wilstedt, Vorwerk, Dipshorn und Steinfeld zur Samtgemeinde Wilstedt. Dies war jedoch hauptsächlich ein Kassenzusammenschluss, verblieb doch die sonstige Verwaltung in den einzelnen Dörfern. 1974 erfolgte dann die Bildung der noch heute bestehenden Samtgemeinde, Wilstedt wurde Mitgliedsgemeinde der Samtgemeinde Tarmstedt. Die Gemeinde ist mit 4 Ratsherren in dem Samtgemeinderat vertreten. 1976, im Rahmen der großen Gebietsreform, wurde dann der Ortsteil Wilstedtermoor an die Gemeinde Grasberg - auf Wunsch der Anwohner dieses Ortsteils - abgetreten, wie auch der Landkreis Bremervörde in diesem Jahr mit dem Landkreis Rotenburg zusammengelegt wurde.

Wie im Anfang schon erwähnt, gab es in diesen Jahren auch einige Veränderungen an der Spitze der Gemeinde. Johann Schröder war bis 1976 über mehrere Wahlperioden in Folge Bürgermeister. 1976 schied er auf eigenen Wunsch aus dem Rat aus und gab das Amt des Bürgermeisters ab. Für seine großen Verdienste in 30jähriger Tätigkeit für die Gemeinde Wilstedt wurde Johann Schröder zum Ehrenbürgermeister Wilstedts ernannt. Werner Borgfeldt wurde sein Nachfolger und Hans Hillmer stellvertretender Gemeindedirektor. Im Rat wurden erstmals Ausschüsse gebildet, dies waren Bauausschuss, Finanzausschuss und Ausschuss für Jugend und Sport.

Bei der Wahl 1981 hat Werner Borgfeldt dann nicht wieder kandidiert, Hans Hillmer wurde Bürgermeister und Gemeindedirektor. In seiner Zusammensetzung war dieses der letzte Rat als Wählergemeinschaft. Bis zur Kommunalwahl 1986 wurde die Gemeinde immer von einem Rat. der sich aus einer Wählergemeinschaft zusammensetzte, geführt. Ab 1986 gibt es erstmals einen Rat, der sich aus Vertretern der politischen Parteien und einer Wählergemeinschaft zusammensetzt. Wie schon zu Beginn dieser Zusammenstellung von 1960 bis 1990 gesagt, haben sich alte Ratsherren und Bürgermeister in alter Tradition für die Weiterentwicklung der Gemeinde eingesetzt. Es haben alle immer nach bestem Wissen und Gewissen ihre Entscheidungen getroffen, und es soll auch in Zukunft weiter so geschehen.

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